Die Dampflok 01 533
Von Salzburg bis Windischgarten wird der Zug von einer Dampflok gezogen.

 

Diese Schellzuglokomotive stellt in vielerlei Hinsicht die Superlative unter den ÖGEG-Lokomotiven dar.

- Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ist sie schnellste Dampflokomotive der ÖGEG und Österreichs.

- die Räder mit 2 Metern Durchmesser und ihre Rostfläche mit 4,88 m² sind jeweils die Größten unter den ÖGEG-Lokomotiven

- nach einer sehr umfassenden Modernisierung 1964 ist die 01 533 eine der modernsten Dampflokomotiven der ÖGEG.

Man sieht es der 01 533 nicht an, dass sie auf ein sehr bewegtes Leben zurückblicken kann:

1934 von Friedrich Krupp in Essen gebaut wurde die Lok mit der Betriebsnummer 01 116 an das Bahnbetriebswerk Berlin-Anhalter Bahnhof ausgeliefert, wo sie fortan im Schnellzugdienst eingesetzt wurde. Die Baureihe 01 war von ihrer Entstehung bis zum Ende der Dampflokzeit in beiden deutschen Ländern die Schnellzuglokomotive schlechthin und erreichte in Deutschland unter Eisenbahnern und Fans den Status einer Legende.

Nach Kriegsende verblieb die damalige 01 116 auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone und damit in der späteren DDR zurück, um von Erfurt aus ihre Schnellzüge durch das getrennte Deutschland zu befördern. Als die Deutsche Reichsbahn der DDR Anfang der 60er Jahre feststellte, dass ein Ersatz insbesondere von schnellen und leistungsfähigen Dampflokomotiven durch Diesellokomotiven für längere Zeit unmöglich sein würde und die Elektrifizierung des Streckennetzes noch mehrere Jahrzehnte dauern würde, beschloss man eine erhebliche Anzahl von Dampflokomotiven durch grundlegende Modernisierung für die weitere Zukunft fit zu machen.
Im Zuge dieses Rekonstruktionsprogramms erhielt 1964 die 01 116 einen neuen leistungsfähigeren Kessel, neue Zylinder in Schweißausführung, neue Räder, eine Ölhauptfeuerung, ein neues Aussehen und ihre neue Betriebsnummer 01 533.

Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Betriebsdienst im Jahr 1981 stand die 01 533 vom Bw Erfurt aus weiter im hochwertigen Schnellzugdienst. Nach ihrer Umbeheimatung zum Bw Saalfeld beförderte sie hauptsächlich Eil- und Personenzüge.

Viele Dampflokbegeisterte reisten nach Ende des Dampfbetriebes in ihren Heimatländern ab Ende der 70er Jahre in die damalige DDR, um den dort noch in der Blüte stehenden Einsatz von Dampflokomotiven zu genießen und zu dokumentieren. Die Baureihe 01.5 war der Star unter den DDR-Dampflokomotiven, dementsprechend groß war auch die Faszination die sie auf die Besucher aus Österreich ausübte, auch wenn es damals als utopisch galt eine solche Lok erwerben zu wollen. Niemand konnte damals ahnen, dass dieser Traum gute 15 Jahre später Wirklichkeit werden sollte.

1991 entdeckten ÖGEG-Mitarbeiter die zur kohlegefeuerten Heizlok umgebaute und in einem trostlosen Zustand befindliche 01 533 in einer Textilfabrik in Pößneck (nahe Saalfeld/Thüringen). Da sich zu jener Zeit auch viele Eisenbahnvereine aus der BRD auf der Suche nach Objekten waren, machte nur schnelles Handeln einen Erwerb der Lok möglich. Doch damit begann das Vorhaben erst schwierig zu werden, war doch die Lok nur per Tieflader abzutransportieren und unvollständig. Es fehlten unter anderem die Stangen des Triebwerkes und der Tender. Eine Aufarbeitung in Eigenregie kam daher nicht in Frage. Es gelang schließlich die nötigen Mittel aufzutreiben, um die 01 533 in einem Ausbesserungswerk professionell aufarbeiten zu lassen.

So konnte die in neuem Glanz erstrahlende 01 533 im September 1992 aus dem thüringischen Dampflokausbesserungswerk Meiningen abgeholt werden. Seither begeistert sie Besucher und Fahrgäste regelmäßig mit ihrer Leistungsfähigkeit und Eleganz.

Von 2004 bis 2006 wurde in Eigenleistung eine erneute Hauptausbesserung durchgeführt, sodass die 01 533 auch in den nächsten Jahren betriebsfähig zu Verfügung steht.